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30 Grad und Sonne statt Kälte und Eisregen

Kennt ihr diese besondere Stimmung am frühen Morgen eines heißen Sommertages, wenn bis auf die Vögel noch alles ganz ruhig ist, man bereits ahnt, dass es sehr warm werden wird, da die Luft sich auch in der Nacht kaum abgekühlt hat, die Sonne gerade über die Berge gestiegen ist und ihre noch schräg einfallenden Strahlen diese ganz besonderen Farben erzeugen? Für einen kurzen Moment glaubt man fest daran, dass die Natur nichts besiegen kann und es für immer so bleiben wird. Diesen Zauber erleben zu dürfen, ist nur den Frühaufstehern (wie mir) vorbehalten.

Ich weiß natürlich, dass diese Einleitung eine harte Herausforderung für euch zu Hause ist, die ihr weiter mit der Kälte und Glatteis zu kämpfen habt. Aber darauf kann ich keine Rücksicht nehmen, wenn ich rüber bringen möchte, warum wir nun schon zum 11. Mal in Südafrika sind.

Die Fahrt vom Flughafen Kapstadt in Richtung Stellenbosch ist immer ein Gradmesser dafür, ob sich seit unserer ersten Reise vor 15 Jahren etwas an der Situation der ärmsten Schichten der Bevölkerung hier geändert hat. Die Autobahn führt nämlich durch die größten Cape Flats (Townships) des Landes. Hier leben geschätzt deutlich über 2 Millionen Menschen. Alle Versuche, die Lage hier zu verbessern, sind gescheitert. Die Siedlungen wachsen immer weiter. Kriminelle Gangs beherrschen das Leben und nicht selten gibt es mehr als 10 Morde in nur einer Woche. Da auf der Autobahn N2 die Anzahl der Überfälle sehr stark zugenommen hat, trägt sie inzwischen den Spitznamen „Hell run“. Um Touristen und Pendler zu schützen, soll sie nun beidseitig von einer Mauer geschützt werden, die im Volksmund Crime Wall genannt wird.

Wir haben den Hell Run einmal mehr schadlos passiert und unser wunderschönes Haus bei Stellenbosch, mitten in den Weinbergen bezogen.

Nach dem oben beschriebenen wunderbaren Morgen und einem kleinen Frühstück machten wir uns auf den Weg in eines der kleinen und ruhigen Einkaufszentren, um uns mit Vorräten einzudecken. Die kleineren Zentren sind wenig spektakulär und beherbergen keine schicken Boutiquen, dafür geht es dort entspannt, fast schon beschaulich zu.

Wir haben uns vorgenommen, euch in den nächsten Tagen ein möglichst umfassendes Bild über die Möglichkeiten zum Lunch in dieser Gegend zu liefern und haben heute gleich an einem alt bekannten Ort begonnen, den sogar mehrere Leser dieses Blogs kennen: dem Weingut und Olivenhain Tokara. Hier gibt es ein exklusives Restaurant, dass neben uns auch die vorher angesprochenen Leser kennen. Aber das war heute nicht unser Ziel, sondern das Tokara Deli, ein Bistro, wo man frühstücken und lunchen kann. Sowohl die wunderschöne Anlage, als auch das leckere Essen waren ein erster Höhepunkt unserer Reise. Die Präsentation der Speisen ist nicht besonders spektakulär, dafür der Geschmack um so mehr.

Gut gestärkt machten wir uns auf den Heimweg, wobei wir uns durch den gefühlt auch von Jahr zu Jahr immer dichter werdenden Verkehr von Stellenbosch kämpfen mussten. Der Rest des Nachmittags diente Uta der Entspannung und mir zum Zusammenbauen der Mountainbikes, die vielleicht schon morgen zum Einsatz kommen.

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